Pressemitteilung der Grünen Jugend Erlangen:

Die Grüne Jugend Erlangen veranstaltete am Mittwoch, den 19.12.2018, um 19 Uhr im Lesecafé (Altstadtmarktpassage) einen Infoabend zum Thema Seenotrettung. Benedikt Funke und Florian Stadler vom Verein „Jugend Rettet“ kamen nach Erlangen und erzählten über ihre persönlichen Erfahrungen auf dem Schiff „Iuventa“ als Kapitän (Funke) und Schnellbootfahrer (Stadler). Sie berichteten auch über die aktuelle Lage im Bereich der privaten Seenotrettung und deren Kriminalisierung durch die EU sowie über die Ermittlungen gegen einzelne Besatzungsmitglieder der „Iuventa“. Circa 50 interessierte Besucher*innen lauschten den beiden mit gespannten Minen bei absoluter Stille. Nach dem Erfahrungs- und Lagebericht konnten alle Teilnehmer*innen der Veranstaltung in offener Runde ihre Fragen stellen und über alles diskutieren, was ihnen zu dem Thema auf dem Herzen lag.

Im Rahmen der Veranstaltung hatten neben der Grünen Jugend auch der neugegründete Ortsverband von Jugend Rettet in Erlangen sowie die Bewegung Seebrücke die Gelegenheit, sich und ihre Arbeit vorzustellen.

Die Beschlagnahme des Vereinsschiffes „Iuventa“, mit dem bereits 14 000 Menschen aus Seenot gerettet wurden (Quelle: https://jugendrettet.org/de/#about) durch die italienischen Behörden im August 2017 ging durch die Medien und markierte den Anfang der zunehmenden Kriminalisierung der Seenotrettung in der europäischen Politik. Während die EU die sogenannte libysche „Küstenwache“ massiv, vor allem finanziell unterstützt, werden die meisten NGOs an der Seenotrettung gehindert, in dem die Schiffe beispielsweise auf Malta unter fadenscheinigen Gründen festgehalten werden und der Tod von immer mehr Menschen auf dem Mittelmeer in Kauf genommen wird. Die Internationale Organisation für Migration zählt für das fast vergangene Jahr 2217 tote auf dem Mittelmeer (4476 weltweit; Quelle: http://missingmigrants.iom.int/). Wir fordern #freeiuventa, eine #Seebrücke, #safepassage und sichere Häfen #safeharbors statt Zurückschicken der Flüchtenden nach Libyen, wo Gefangenschaft, Folter, Vergewaltigung und Tod drohen. Das Sterben auf dem Mittelmeer muss ein Ende haben!

Benedikt Funke und Florian Stadler im Gespräch.