Umweltfreundliche Mobilität für alle

Der Bau der Stadt-Umland-Bahn (StUB) ist für die Grüne Jugend Erlangen eines der wichtigsten verkehrspolitischen Projekte in der Metropolregion.

Die Grüne Jugend Erlangen setzt sich insbesondere für Klimaschutz sowie eine Verkehrswende, die die Mobilitätswünsche aller Menschen berücksichtigt und ermöglicht, ein. Um diese Ziele zu erreichen, ist der Bau der StUB dringend notwendig und wird daher von der Grünen Jugend aktiv gefordert.

Mit täglich rund 60.000 Pendler*innen wird das Verkehrssystem in Erlangen bereits jetzt regelmäßig an seine Grenzen gebracht. Darunter leiden v.a. auch die Menschen, die nicht mit dem Auto unterwegs sind und z.B. als Fußgänger*innen oder Radfahrer*innen den Abgasen direkt ausgesetzt sind oder im beengten Straßenraum unter mangelnder Sicherheit leiden. Laut Umweltbundesamt ist die Mobilität für ca. 15% unserer Treibhausgase in Deutschland verantwortlich – Flugreisen sind hierbei noch gar nicht berücksichtigt, es handelt sich bei diesem Anteil also v.a. um den motorisierten Individualverkehr. In Zeiten der Klimakrise sind wir alle und auch die Politik aufgefordert, unseren CO2-Fußabdruck auch besonders im Bereich Verkehr zu reduzieren.

Gleichzeitig wird das Bedürfnis nach Mobilität auch hier vor Ort immer größer. Denn die Metropolregion wächst und damit auch die Anzahl der Menschen, die zur Schule, in die Arbeit, zum Jobcenter, zum Arzt, zum Einkaufen oder zu Freizeitangeboten kommen wollen. Dabei darf Mobilität kein Sonderrecht für Autobesitzer*innen sein. Egal ob Junge, Alte oder Menschen mit Behinderung: alle haben ein Recht auf zuverlässige und bezahlbare Mobilität. Der Platz in den Innenstädten ist jedoch begrenzt und auch in ländlichen Gebieten gilt es, Flächenversiegelung auf ein Minimum zu begrenzen. Daher benötigen wir Verkehrsmittel, die mit wenig Raum möglichst klimafreundlich viele Menschen sicher und schnell an ihr Ziel bringen.

Öffentliche Verkehrsmittel verbrauchen bei der Beförderung derselben Anzahl an Mitfahrer*innen wesentlich weniger Platz und Energie im Vergleich zu PKWs. Durch den vermehrten Einsatz von Bus und Bahn werden somit das Verkehrsaufkommen sowie Treibhausgasemissionen und andere Luftschadstoffe reduziert. Es gilt deshalb, Menschen zu einem Umstieg vom motorisierten Individualverkehr hin zum öffentlichen Nahverkehr zu bewegen. Im Vergleich zu bereits bestehenden Busverbindungen hat die Stadt-Umland-Bahn klare Vorteile – man spricht vom sogenannten Schienenbonus: Studien zeigen, dass deutlich mehr Menschen bereit sind, auf schienenbasierten ÖPNV umzusteigen und diesen zu nutzen, als bei einem busbasierten öffentlichen Nahverkehr. Darüber hinaus bietet die StUB hinsichtlich Barrierefreiheit, Komfort und Reisegeschwindigkeit weitere Vorteile im Vergleich zu den aktuellen Busverbindungen in der Metropolregion und kann so die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs steigern.

Die zusätzliche Querung des Regnitzgrundes auf Höhe der Wöhrmühle erkennen wir dabei als notwendiges Übel an. Denn andere Routen sind aufgrund der geltenden Kosten-Nutzen-Berechnung im standardisierten Bewertungsverfahren nicht förderfähig und somit ohne Bezuschussung von Bund und Land nicht umsetzbar. Die Grüne Jugend erkennt die Problematik der Zerschneidung des Wiesengrunds als wertvollen Natur- und Erholungsraum durch die StUB-Querung an und wird sich dafür einsetzen, dass zur Begrenzung des ökologischen Schadens deutlich mehr Ausgleichsflächen geschaffen werden, als der gesetzliche Rahmen vorschreibt. Darüber hinaus begleiten wir gemeinsam mit anderen Akteur*innen den Planungs- und Bauprozess weiterhin kritisch, wirken auf eine Minimierung der baubedingten CO2-Emissionen, sowie auf eine möglichst umweltverträgliche Umsetzung hin. Die GJ Erlangen fordert, dass so wenig neue Flächen wie möglich versiegelt werden und  die StUB – beispielsweise entlang der B4 – möglichst straßengebunden fährt.

So wird die durch den Bau der Stadt-Umland-Bahn und die Verkehrswende insgesamt erreichte Reduktion des Autoverkehrs mittelfristig auch dazu führen, dass wieder mehr öffentlicher Raum zur Verfügung steht. Die Grüne Jugend Erlangen setzt sich in diesem Zusammenhang stark dafür ein, dass Straßen und Parkplätze zugunsten von Fuß- und Radwegen, Abstellanlagen für (Lasten-)Fahrräder und Anhänger sowie zugunsten von Grün- und Freizeitflächen umgebaut werden.

Die neue Verkehrsachse von Herzogenaurach über Erlangen nach Nürnberg sorgt außerdem für eine bessere Anbindung der ländlichen Regionen. Dieser Effekt würde sich durch den möglichen StUB-Ostast auch positiv auf den Landkreis Forchheim und weitere Teile von Erlangen-Höchstadt auswirken. Gerade für junge und alte Menschen bietet die StUB eine dringend notwendige Alternative zum für diese Altersgruppen nicht oder nur begrenzt nutzbaren motorisierten Individualverkehr. Der Bau der StUB ist also nicht nur verkehrspolitisch sinnvoll und notwendig, sondern wird von der Grünen Jugend Erlangen auch als eine wichtige sozialpolitische Maßnahme gesehen.

Für eine Mobilität für alle fordern die jungen Politiker*innen auch ein einfaches und kostengünstiges Fahrpreis-System, damit die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs nicht von der Größe des eigenen Geldbeutels abhängig ist. Junge Menschen sollten als Einsteiger*innen in die eigenständige Mobilität den ÖPNV kostenlos nutzen können.

Aufgrund des positiven Beitrags der Stadt-Umland-Bahn zu Klimaschutz, Verkehrswende und einer sozialen Mobilität für alle, setzt sich die Grüne Jugend Erlangen für einen schnellen Bau der StUB ein. Dabei fordern wir weiterhin einen intensive Einbeziehung der Bevölkerung in die Planung sowie eine möglichst umweltschonende Umsetzung und die Überprüfung von möglichen CO2-Einsparungen beim Bau der Trasse.

 

Grüne Jugend Erlangen – AG StUB

im April 2020